SAP HANA

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Definition: SAP HANA

15.09.2021

Bevor SAP globale Standards in der Datenverarbeitung setzen konnte, warb das Unternehmen mit ähnlichen Datenbankkonzepten wie seine Konkurrenten. Schnell wurde das SAP HANA auf den Markt gebracht, mit dem sich das Unternehmen von anderen abhob und die Datenverarbeitung auf ein neues Niveau brachte. Lesen Sie alles über SAP HANA, eine Plattform für neue Technologien und Entwicklungen: Wie sie entstand und entwickelt wurde, wie sie funktioniert und welche Vorteile sie für die Nutzer hat.

Was ist SAP HANA?

HANA ist die Abkürzung für "High Performance Analytic Appliance". Es handelt sich sowohl um eine Softwareplattform als auch um eine Datenbank. Das Datenbankprodukt wurde von der SAP entwickelt.

In Zusammenarbeit mit der Stanford University in Kalifornien und dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam hat SAP 2008 ein eigenes Datenbankdesign entwickelt und im Jahr 2010 auf den Markt gebracht. Vor der Veröffentlichung von HANA arbeitete SAP genau wie seine Konkurrenten mit Datenbankkonstrukten, die nicht in der Lage waren, Big Data zu verarbeiten, keinen Zugang zu globalen System-Infrastrukturen hatten und somit keine Systeminteraktion und Interaktionen zwischen Menschen und Systemen (Internet of Things) unterstützten.

Die Optimierung von HANA

SAP hat mit der Entwicklung von HANA mehrere Ziele verfolgt. Zum einen hat sie ein eigenes Produkt geschaffen, das es vorher nicht gab. Zum anderen sah sie die zeitgemäßen Anforderungen als Anreiz, Systeme zu optimieren und zu verbinden, um effizientere Geschäftsprozesse zu ermöglichen. Letztlich sollte die Plattform an die SAP-eigene Programmiersprache ABAP (Allgemeiner Berichtsaufbereitungsprozessor) angepasst werden. Gleichzeitig unterstützt HANA unterschiedliche Standards wie SQLscript, JavaScript, C++ oder R Script. Dadurch ist HANA auch für Anwendungsprogramme von Drittanwendern geeignet.

Mit der Zeit stattete SAP HANA mit weiteren neuen Anwendungen aus, wodurch sie immer weiter optimiert wurde. Zum ersten optimierten Produkt gehört das SAP Business Warehouse (SAP BW powered by HANA), das seit 2012 erhältlich ist. 2013 wurde die Umwandlung von HANA von einer reinen Datenbank mit einfachen und wenigen Anwendungen hin zu einer Plattform für alle Anwendungen von SAP gestartet. Im Jahr 2015 wurde von SAP ein neues Produkt vorgestellt: SAP S/4 HANA. Dabei handelt es sich um eine Enterprise-Resource-Planning (ERP) Business Suite, ein komplett auf HANA basiertes Produkt. Zu seinen Bestandteilen gehört die aktuelle SAP HANA DB (Datenbank).

Ratgeber SAP S/4HANA as a Service

Sie möchten auf SAP S/4HANA umsteigen und Ihr SAP-System künftig nicht selbst auf eigener Infrastruktur betreiben, sondern „as a Service“ beziehen? Dann haben Sie die Qual der Wahl zwischen vielen Varianten: Public Cloud oder Private Cloud im Rahmen von RISE with SAP oder doch lieber ein Private Cloud-Angebot eines Dienstleisters?

Wir stellen Ihnen die verschiedenen Modelle in unserem Ratgeber vor und zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten.

So funktioniert SAP HANA 

Mit HANA hat die SAP eine neue Infrastruktur für die Datenverarbeitung aufgebaut. Diese Infrastruktur basiert auf der In-Memory-Technologie beziehungsweise In-Memory-Datenbank. Bei dieser Art von Technologie wird der Arbeitsspeicher eines Computers zusätzlich als Datenspeicher genutzt. Dies ist der entscheidende Unterschied zu früheren Datenverwaltungssystemen, die Festplatten benötigen, um Informationen zu lagern. Informationen und Daten für die Transaktion werden bei HANA also in einem Speicher angelegt und können bei Bedarf sofort ausgewertet oder weiterverarbeitet werden. Diese beiden Prozesse können auch parallel für jeden Datentyp ablaufen. Auf diese Weise ermöglicht HANA eine sekundenschnelle Analyse der Daten und reduziert gleichzeitig den Hardware-Bedarf, was zu einem übersichtlicheren IT-Bereich führt. Bei SAP S/4 HANA ist es außerdem möglich, Rechen- und/oder Analyseaufgaben auf SAP HANA DB zu verlegen. Diese Struktur wird als side-car-Architektur bezeichnet.  

Darüber hinaus wurde das Lesen und Schreiben von Daten in der Datenbank vereinfacht. HANA ist in der Lage, die beiden Lesemethoden des zeilenorientierten Datenbankmanagementsystems und der spaltenorientierten In-Memory-Technologie anzuwenden, um Informationstabellen einer Datenbank in Echtzeit zu lesen oder zu schreiben. Zu diesem Zweck werden das Online Analytical Processing (OLAP) und Online Transaction Processing (OLTP) herangezogen und miteinander verbunden.  

Die SAP HANA Erwerbsmöglichkeiten

Zurzeit bietet SAP neben diversen Lizenz-Möglichkeiten drei Bereitstellungsmodelle von HANA an: On-Premise (oder On-Prem), hybrid oder Cloud. Bei dem On-Prem-Modell wird die Lizenz für die Nutzung der Plattform erworben und die nötige Infrastruktur (Hardware/Software, Speicher, Server etc.) in den “eigenen Räumlichkeiten” aufgebaut. Wartungskosten und Updates müssen dann manuell ausgeführt werden. Bei dem hybriden Modell handelt es sich um die Möglichkeit auf die Architektur einer Cloud zuzugreifen, diese aber aus dem eigenen Rechenzentrum zu betreiben. Es ist ein Software-as-a-Service-Angebot (SaaS) von SAP, das mit der nötigen Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird.  

Bei dem letzten Modell handelt es sich um eine Cloud, die SAP HANA Cloud Plattform (HCP). Es ist ein Platform-as-a-Service-Angebot von SAP, der zur Erweiterung des SAP-Systems dient oder für individuelle Applikationen nützlich sein kann. Die HCP stellt jedoch nur die Plattform für Dienste und Applikationen bereit und nicht die geläufigen Vorgänge eines ERP-Systems. Mit der Cloud kommen aber eigene Vorteile für die Geschäftsprozessoptimierung dazu. Beispielsweise steht SAP HANA umgehend nach dem Erwerb der Cloud zur Verfügung. Es bedarf keiner Installation von Software oder Hardware. Außerdem besteht eine hohe Datensicherheit, da HCP von SAP betrieben und gewartet wird. Die Serviceverfügbarkeit erfolgt flexibel nach Bedarf und die Services selbst sind agil. Hinzu kommt, dass der Cloud-Service Smartphones und Tablets unterstützt. Letztlich arbeitet SAP mit andere bedeutenden Cloud-Anbietern wie IBM, Microsoft oder Google.  

Je nach erworbener Lizenz hat der Kunde Anspruch auf unterschiedliche SAP HANA Services. Bei der SAP HANA Runtime Edition handelt es sich um eine Teillizenz. Mit dieser Art von Lizenz können nur die speziell für SAP entwickelten Anwendungen genutzt werden. Die Full-Use-Lizenz hingegen erlaubt den vollen Funktionsumfang der Plattform. Damit ist es möglich, auf Anwendungs- und Datenbankebene zu arbeiten. 

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Umstieg auf SAP HANA viele Vorteile mit sich bringt. HANA unterstützt diverse Programmierstandards, wodurch viele Kunden angesprochen werden können. Mit HANA wird für den Nutzer das Verarbeiten, Auswerten und Analysieren von Daten in Echtzeit möglich. Dies spart Zeit und Aufwand. Außerdem hat der Nutzer bei der Bereitstellung die Wahl zwischen drei Modellen: Cloud, On-Premise oder hybrid. Durch die Cloud ist SAP HANA im Stande alle Geschäftsbereiche ihrer Kunden zu verbinden. Zusätzlich können Kosten für die Instandhaltung des eigenen IT-Bereiches und sein Wartungsaufwand gesenkt. Die intelligente Plattform vereint neueste Technologien und verfügt über eine Vielzahl an Anwendungen, die die Geschäftsprozesse optimieren können. Prädikative Analysen oder Machine Learning werden mit HANA ebenfalls möglich. 

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