SAP ERP

LESEZEIT: 3 MINUTEN

Definition: SAP ERP

(Enterprise Resource Planning)

16.09.2021

SAP ERP (Enterprise Resource Planning) umfasst alle Kernprozesse, die für den Betrieb eines Unternehmens erforderlich sind: Personal, Finanzen, Logistik, Fertigung, Beschaffung oder Dienstleistungen. Moderne ERP-Systeme wie SAP ERP schaffen mithilfe neuester Technologien wie Machine Learning Transparenz und Effizienz in allen Bereichen des Unternehmens. 

Was ist SAP ERP?

Als marktführende ERP-Software ermöglicht es SAP ERP, Geschäftsprozesse einschließlich Rechnungswesen, Personalwesen, Vertrieb und Produktion in einer integrierten Umgebung zu betreiben. Nebenbei unterstützt das ERP-System die Einhaltung und Kontrolle von Prozess-, Rechts- und Finanzkontrollen.

Mit dem Wachstum eines Unternehmens wird die Verwaltung immer komplexer. SAP ERP kann Unternehmen bei diesen Aufgaben unterstützen und tägliche Aktivitäten automatisieren. Das ERP-System von SAP heißt SAP ERP Central Component (SAP ECC). Dies ist die Sammelbezeichnung für SAP-Funktionen und technische Module. Sie ermöglichen es Unternehmen, ein einheitliches System zur Verwaltung von Geschäftsprozessen zu verwenden. Das Enterprise Resource Planning enthält nicht nur alle für den Betrieb eines Unternehmens notwendigen Kernprozesse und integriert diese in ein zentrales System. Neueste Produkte schaffen Effizienz und Transparenz in allen Bereichen. Gleichzeitig vereinfacht modernste Technologie den Echtzeitdatenfluss, sodass jede Abteilung ihre Prozesse direkt datengestützt steuern kann.

Die Funktionen von SAP ERP

SAP ERP setzt sich aus verschiedenen Hauptmodulen zusammen. Diese Hauptmodule sind in Funktionsmodule und technische Module aufgeteilt. Jedes dieser Komponenten hat wiederum Untermodule. Das SAP ERP Central Component bildet die Basis der SAP Business Suite. SAP-Module und -Technologien verfügen über anwendungsübergreifende Einheiten, die über jedes der Hauptmodule implementiert werden können. Zu diesen anwendungsübergreifenden Komponenten gehören das Management für den Produktlebenszyklus und das Dateiverwaltungssystem. Zu den technischen SAP-Modulen zählen die Programmiersprache ABAP, Business Intelligence (BI, die Exchange Infrastructure (XI) und SAP NetWeaver. Die branchenspezifischen Anwendungen von SAP ERP wie SAP Healthcare (Gesundheitswesen) oder SAP for Utilities (Dienstprogramme) unterstützen weitere Geschäftsprozesse.

Die SAP Business Suite bündelt eine Reihe von Geschäftsanwendungen, die die Integration von Geschäftsprozessen und branchenspezifische Funktionen ermöglichen. Basis bilden die ERP-Software und Module für Supplier-Relationship-Management, Customer-Relationship-Management, Supply-Chain-Management und Product-Lifecycle-Management. SAP-Kunden können diese Business-Suite auf der SAP HANA-Plattform ausführen. SAP C/4HANA ist eine Cloud-basierte Customer Experience- und E-Commerce-Plattform und wurde 2018 eingeführt. Sie setzt sich wiederum aus den fünf Komponentenanwendungen SAP Marketing Cloud, SAP Customer Cloud, SAP Sales Cloud, SAP Service Cloud und SAP Customer Data Cloud zusammen.

Was ist SAP-ECC?

SAP ECC ist ein klassisches On-Premise-System für die Warenwirtschaft und wird oft einfach als „SAP ERP“ bezeichnet. Wie jedes ERP-System besteht die zentrale Aufgabe von SAP ECC darin, Daten aus allen Unternehmensbereichen zu sammeln. Dies gibt eine einheitliche Sicht auf die Ressourcen und ermöglicht es, datengesteuerte Entscheidungen zur Optimierung von Geschäftsprozessen zu treffen. Alle Komponenten sind direkt miteinander verbunden, sodass sämtliche Abteilungen auf Basis gemeinsamer Daten reibungslos zusammenarbeiten können. SAP ECC besteht aus zehn funktionalen Komponenten (Modulen):

  • FI (Finanzwesen) 
  • CO (Kostenrechnung) 
  • SD (Vertrieb) 
  • MM (Materialwirtschaft) 
  • PP (Produktionsplanung und -steuerung) 
  • QM (Qualitätsmanagement) 
  • PM (Instandhaltung) 
  • CS (Kundenservice) 
  • PS (Projektsysteme) 
  • HCM (Personalwirtschaft)

Mithilfe des Enterprise Resource Planning (ECC 6.0) können Geschäftsprozesse in unterschiedlichen Branchen abgebildet werden. Zu den am häufigsten verwendeten Komponenten gehören die Bereiche Finanzen, Controlling, Materialwirtschaft und Vertrieb. Das Unternehmen entscheidet selbst, welche Komponenten verwendet werden. Es ist beispielsweise nicht erforderlich, Funktionsbausteine wie PS (Project System) auszuwählen.

SAP ECC und seine technischen Komponenten

Abschließend sei noch erwähnt, dass SAP ECC über zwei technische Komponenten verfügt, deren Implementierung zwingend erforderlich ist: ABAP und NetWeaver. Die Programmiersprache ABAP dient dazu, individuelle Berichte zu implementieren und Anwendungen im SAP-Umfeld zu entwickeln. NetWeaver kommt als Entwicklungs- und Betriebsumgebung von SAP-Anwendungen zum Einsatz. Die Plattform dient zudem der Integration von Datenbanken und Geschäftsprozessen. SAP NetWeaver stellt die technische Grundlage und Hauptplattform von SAP dar. Es bietet eine Vielzahl von Tools zum Erstellen und Integrieren von Anwendungen aus mehreren Quellen und Standorten. Als Teil der mySAP-Produktfamilie ist SAP NetWeaver erweiterbar und interoperabel mit anderen Entwicklungsplattformen wie Microsoft.NET, IBM WebSphere und Oracle Java. 

Ratgeber SAP S/4HANA as a Service

Sie möchten auf SAP S/4HANA umsteigen und Ihr SAP-System künftig nicht selbst auf eigener Infrastruktur betreiben, sondern „as a Service“ beziehen? Dann haben Sie die Qual der Wahl zwischen vielen Varianten: Public Cloud oder Private Cloud im Rahmen von RISE with SAP oder doch lieber ein Private Cloud-Angebot eines Dienstleisters?

Wir stellen Ihnen die verschiedenen Modelle in unserem Ratgeber vor und zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten.

Die unterschiedlichen ERP-Systeme 

ERP-Systeme lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen und in der verwendeten Technologie wie Datenbank, Programmiersprache und Betriebssystem unterscheiden. Neben dem allgemeinen ERP-System gibt es Branchenlösungen für Industrie, Handel und Dienstleistung. Darüber hinaus ist eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale das Liefermodell: 

  • ERP in der Cloud: Der Trend im ERP-Umfeld geht in Richtung Cloud und Software-as-a-Service (SaaS). Hier wird die ERP-Software nicht intern, sondern im Rechenzentrum des Anbieters gehostet, betrieben, gewartet und aktualisiert. Anwender müssen nicht viel in die eigene IT-Infrastruktur investieren. Darüber hinaus braucht es kein IT-Personal für den Betrieb und die Betreuung. Cloud ERP berücksichtigt aktuelle Bedürfnisse wie Skalierbarkeit, Flexibilität, mobiles Arbeiten und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. 
  • Lokales ERP: On-Premise-ERP ist ein Lizenz- und Nutzungsmodell für die Warenwirtschaft. Die Software wird lokal installiert und ausgeführt, also auf dem firmeneigenen Server des Benutzers. Dies hat den Vorteil, dass die Daten im Unternehmen verbleiben. Für On-Premise-ERP braucht es eine Lizenz. Der Preis richtet sich in der Regel nach der Anzahl der Benutzer und dem Funktionsumfang.  
  • Hybrid-ERP: Immer mehr Entscheider wollen von den Vorteilen der Cloud profitieren und gleichzeitig wichtige Daten auf den eigenen Servern behalten. Die schrittweise Migration in die Cloud stellt einen Kompromiss dar. Die Hybrid-Cloud zeichnet sich dadurch aus, dass Daten in einer privaten Cloud-Umgebung mit eingeschränktem Zugriff gespeichert werden.  

SAP ERP in der Praxis 

Früher wurde SAP ERP aufgrund seiner Komplexität und Preisgestaltung hauptsächlich in Großunternehmen eingesetzt. Die Positionierung des Softwareanbieters hat sich verändert. Das Produktportfolio umfasst nun Lösungen aus dem Bereich Enterprise Resource Planning für Unternehmen jeder Größe: 

  • SAP Business One für kleine Unternehmen. 
  • SAP Business ByDesign, SAP S/4HANA Cloud, SAP S/4HANA und SAP Business One für den Mittelstand. 
  • SAP S/4HANA, SAP S/4HANA Cloud und SAP ERP für große Unternehmen. 

SAP ECC, SAP R/3 und S/4HANA – die Unterschiede 

Grundsätzlich handelt es sich bei den drei Produkten um ERP-Systeme. Bis 2003 hieß das ERP-Produkt von SAP „SAP R/3″. 2004 wurde SAP R/3 durch „SAP ERP“, auch bekannt als „SAP ECC“, abgelöst. Aktuell ist die Version „SAP ERP 6.0″ und das „SAP Enhancement Pack 8″. 

Der Hauptunterschied zwischen SAP R/3 und SAP ERP besteht darin, dass SAP ERP einige Grundfunktionen und Erweiterungen enthält. Dies ist das Gegenteil des SAP R/3-Ansatzes, der mit nur einer Software alle notwendigen Funktionen abdeckt. Gemeinsam ist SAP R/3 und SAP ERP, dass Daten in Transaktionen verarbeitet werden, also in einer definierten Reihenfolge hintereinander. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass beide Systeme nur als unternehmenseigene, lokale On-Premise-Lösungen angeboten werden. 

Das neueste SAP-Produkt seit 2015 SAP S/4HANA zeigt wesentliche Unterschiede zu den Vorgängerversionen. SAP S/4HANA, auch „Echtzeit-ERP-System“ genannt, kann Daten im Gegensatz zu Festplatten im Hauptspeicher ablegen. So lässt sich die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung und Analyse deutlich erhöhen. Zudem ist SAP S/4HANA als On-Premise-Lösung und als Cloud-Version erhältlich. Das Lizenzmodell hat sich ebenfalls geändert: Die Lizenzierung wird nicht mehr nach der Anzahl der Nutzer, sondern nach den eingesetzten Ressourcen berechnet (Digital Access Adoption Plan). Das Modell unterscheidet zwischen dem indirekten Benutzerzugang (Digital Access) und dem direkten Zugriff (Human Access).

KOSTENLOSE WEBSESSIONS, SPANNENDE EVENTS UND INFORMATIVE SEMINARE

MEHR ERFAHREN