ERP-System

LESEZEIT: 2 MINUTEN

Was ist ein ERP-System?

16.09.2021

Unternehmen jeder Größe jonglieren heute mit den verschiedensten Prozessen. All diese Geschäftsaspekte lassen sich nicht mehr manuell oder unabhängig verwalten. Ein ERP-System bildet die Prozesse des Unternehmens schnell und lückenlos ab.

Was ist ein ERP-System?

Beim Akronym „ERP“ (Enterprise Resource Planning) denken viele automatisch an Software. Enterprise Resource Planning bedeutet zunächst, die zur Verfügung stehenden Ressourcen im Unternehmen zu kontrollieren. Ziel von ERP ist es, organisatorische Prozesse und Strukturen zu verbessern. Damit können Unternehmen sich schnell an Veränderungen anpassen und Geschäftsprozesse optimieren. Ein ERP-System, wie SAP ECC oder SAP S/4HANA ist ein IT-gestütztes System, das aus Softwarelösungen besteht, die vorhandene Ressourcen und Geschäftsprozesse verfolgen. Mithilfe eines ERP-Systems lassen sich die Ressourcen verschiedener Unternehmensbereiche optimieren, beeinflussen und effektiv verwalten. Das ERP-System unterstützt, bündelt und steuert dazu alle notwendigen Geschäftsprozesse im Unternehmen. ERP-Lösungen lassen sich mit zahlreichen Anwendungen erweitern. Die Erweiterung erfolgt in der Regel über vom Anbieter bereitgestellte Schnittstellen. Ein integriertes ERP-System stellt eine Komplettlösung für das gesamte Unternehmen dar.

Wozu dient ein ERP-System?

Der Zweck eines ERP-Systems besteht in der Gesamtverwaltung aller Ressourcen im Unternehmen, um so die Effizienz des Betriebsablaufs zu verbessern, unabhängig von der Größe des Unternehmens. Grundsätzlich dient das ERP-System der technischen Unterstützung standardisierter Prozesse in allen Bereichen. Eine weitere Aufgabe des ERP-Systems ist es, schnell Auskunft über Kennzahlen des Unternehmens zu geben und diese klar einzuschätzen. Diese Daten sind aktuell, da das System temporäre Transaktionen automatisch berücksichtigt. Das Standardisieren und Strukturieren von Daten und Datensätzen rund um das Enterprise Resource Planning ermöglicht die zentrale Steuerung aller Geschäftsprozesse. Jedes ERP-System besteht aus Subsystemen. Somit kann jeder Mitarbeiter auf die gleichen aktuellen Daten zugreifen.

Die Funktionsweise des ERP-Systems

Ein ERP-System verringert die Anzahl der Ressourcen, die für die optimale Führung des Unternehmens erforderlich sind. Dabei gewährleistet das Enterprise Resource Planning die Rentabilität und Geschäftsleistung. Die ERP-Lösung unterscheidet sich von einer einzelnen Anwendung, da es anderen Unternehmensmodulen ermöglicht, von einer Datenbank aus zu arbeiten.

Das System sammelt Daten aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens. Es legt die Daten an einem zentralen Ort ab, wo Mitarbeiter darauf zugreifen können. So löst es Datensilos auf, unter denen viele Unternehmen leiden. Zudem stellt das System sicher, dass die entsprechenden Informationen denjenigen zur Verfügung stehen, die sie benötigen. Das ERP-System übernimmt die Dateneingabe im Backend und tauscht die Informationen auch mit anderen Einheiten aus.

Diese Bereiche deckt das ERP-System ab

Jedes ERP-System setzt sich aus zahlreichen Softwaremodulen zusammen. Sie nutzen die gleiche Datenbank und kommunizieren miteinander. Aus den individuellen Anforderungen des Unternehmens lassen sich die wichtigsten Module eines ERP-Systems ableiten. Dazu gehören:

  • abteilungsbezogene Geschäftsprozesse und Querschnittsfunktionen
  • Verkauf und Marketing
  • Kundenbeziehungsmanagement
  • Stammdatenverwaltung
  • Produktion
  • Materialmanagement und Bedarfsermittlung
  • Forschung und Entwicklung
  • Humanressourcen
  • Finanz- und Rechnungswesen, einschließlich Buchführung und Controlling

Idealerweise deckt die ERP-Lösung alle Bereiche des Unternehmens ab.

Ratgeber SAP S/4HANA as a Service

Sie möchten auf SAP S/4HANA umsteigen und Ihr SAP-System künftig nicht selbst auf eigener Infrastruktur betreiben, sondern „as a Service“ beziehen? Dann haben Sie die Qual der Wahl zwischen vielen Varianten: Public Cloud oder Private Cloud im Rahmen von RISE with SAP oder doch lieber ein Private Cloud-Angebot eines Dienstleisters?

Wir stellen Ihnen die verschiedenen Modelle in unserem Ratgeber vor und zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten.

Die Entstehung des ERP-Systems 

Die Entwicklung von ERP-Systemen reicht mehrere Jahrzehnte zurück. Historisch gesehen ist die Produktion – oder genauer gesagt die Produktionsplanung – eine der Hauptfunktionen eines ERP-Systems. Die meisten der alten PPS-Systeme zur Produktionsplanung sind maßgeschneiderte Lösungen für spezielle Produktionsanforderungen. Sie wurden im Laufe der Zeit durch modulare und skalierbare Standardlösungen ersetzt. Der Begriff „ERP“ wurde von Gartner, einem bekannten Marktforschungs- und Analyseanbieter, geprägt und ist heute ein gängiger Begriff für verschiedene Systeme. Moderne ERP-Lösungen werden oft „ERP II“ genannt, denn sie gelten als „zweite Generation“. Diese Systeme aus dem Bereich Enterprise Resource Planning integrieren zahlreiche weitere Funktionen wie das Customer-Relationship-Management oder das Supply-Chain-Management in das ERP-System. Im Fokus stehen nicht mehr nur die Materialwirtschaft, sondern auch die Finanzbuchhaltung, das Personalwesen, der Vertrieb, das Marketing, die Forschung und andere Bereiche im Unternehmensworkflow.  

Arten von ERP-Systemen 

Es gibt grundsätzlich drei verschiedene ERP-Systeme: On-Premise-Software, Cloud-basierte Software und Hybrid-Software. Welche Form besser geeignet ist, hängt in erster Linie von der Größe des Unternehmens und den verfügbaren Rechenressourcen ab.

On-Premise-Systeme 
Diese serverbasierte ERP-Software wird vor Ort eingesetzt. Nach der Installation wird sie hauptsächlich vom Unternehmen kontrolliert. Diese ERP-Lösung gibt Unternehmen die volle Kontrolle über die Sicherheit ihres ERP-Systems. Allerdings erfordert diese Art von Enterprise Resource Planning, dass das Unternehmen über IT-Ressourcen verfügt und sich um die Wartung von Anwendungen und Servern selbst kümmert. On-Premise-Systeme bieten mehrere Vorteile, darunter:
  • Vertrauliche Daten müssen nicht von einer dritten Partei verarbeitet werden
  • ERP-Module können an spezifische Geschäftsanforderungen angepasst werden 
  • Bietet Integrationsmöglichkeiten mit anderen Systemen

Cloud-basiertes ERP-System 
Diese Art von ERP-System wird oft als Software-as-a-Service (SaaS) bezeichnet. Das bedeutet, dass ein Dritter den Dienst verwaltet. Dank des flexiblen Konzepts können Mitarbeiter über jedes Gerät mit Internetanschluss Daten speichern und durchsuchen. Die Preisgestaltung basiert in der Regel auf einem periodischen Abonnement. Vorteile einer Cloud-basierten Lösung:

  • Keine hohen Anfangsinvestitionen
  • Keine spezielle Ausrüstung oder Kenntnisse für die Implementierung nötig 

Hybrides ERP-System
Das hybride ERP-Lösung wird auch als „zweistufiges ERP-System“ bezeichnet. Es ermöglicht dem Unternehmen die Kombination von cloudbasierten und vor Ort installierten ERP-Systemen. Mit diesem System nutzen Unternehmen das Beste aus beiden Welten. So können sie beispielsweise das Fachwissen von ERP-Anbietern nutzen, ohne ihnen den Zugriff auf alle Informationen zu gestatten.   

Für welche Unternehmen eignen sich ERP-Systeme? 

Das Enterprise Resource Planning bietet Unternehmen jeder Größe zahlreiche Vorteile. Die Zuständigkeiten sind klarer und können zwischen den Mitarbeitern angepasst werden. Zeitaufwändige Berechnungen und standardisierte Abläufe werden vom Programm übernommen. Dieser Aspekt spart Zeit für andere Aufgaben. ERP-Projekte können mit den Bedürfnissen und der Größe des Unternehmens wachsen. Jedes Unternehmen hat andere Bedürfnisse und Anforderungen, für die das ERP-System Lösungen bietet. Wichtig ist: Die Software muss sich wie eine Vorlage auf die Prozesse des Unternehmens legen lassen.

KOSTENLOSE WEBSESSIONS, SPANNENDE EVENTS UND INFORMATIVE SEMINARE

MEHR ERFAHREN